Therapie

Radiosynoviorthese (RSO)

Die Radiosynoviorthese (RSO) wird in der Lokal-Behandlung chronisch entzündlicher Gelenkerkrankungen eingesetzt. Der Begriff leitet sich ab von lat. Radiatio = Bestrahlung, lat. Synovialis = Gelenkschleimhaut und Orthese = Wiederherstellung. Bei chronischen Gelenkerkrankungen (aktivierte Arthrose und Arthritis) verursacht die aggressiv wuchernde Gelenkinnenhaut schmerzhafte Schwellungen. Mit Hilfe der RSO wird eine kleine Menge radioaktiver Stoffe in das betroffene Gelenk injiziert. Die dabei verwendeten Stoffe haben eine extrem kurze Reichweite (wenige Millimeter), so dass ihr Effekt auf den Gelenkinnenraum begrenzt ist. Damit wird die Schleimhautoberfläche, aus der Entzündungszellen austreten, vernarbt, aber auch andererseits schmerzende Nervenendigungen abgeschaltet. Insgesamt erfolgt damit die Deaktivierung einer Arthrose, die Entzündung bildet sich zurück. Der Zeitraum bis zum Eintritt der Vernarbung liegt zwischen einigen Tagen und bis zu 6 Monaten. Die RSO ist ein Verfahren, das nur von Nuklearmedizinern durchgeführt werden darf.

Durchführung der RSO

Die Behandlung besteht in einer einmaligen Injektion der radioaktiven Substanz in das betreffende Gelenk. Falls ein Gelenkerguß vorliegt, wird dieser vorher abpunktiert. Die Gelenkpunktion wird unter Durchleuchtung durchgeführt. Eine Ausnahme kann die Behandlung des Kniegelenkes bilden, da hier u.U. keine Durchleuchtung erforderlich ist. Unmittelbar anschließend wird das Gelenk bandagiert und muß für 48 Stunden strikt ruhiggestellt werden. Die Ruhestellung ist sehr wichtig, da hierdurch ein Abfließen der eingespritzten Substanz aus der Gelenkhöhle verhindert wird. Bei Therapie von Gelenken der unteren Körperhälfte (Hüftgelenk, Kniegelenk, Sprunggelenke, Zehengelenke) bedeutet das, daß die betreffende Extremität für 48 Stunden nicht belastet werden soll, d.h. es ist nur der Gang zur Toilette erlaubt.

Gibt es Nebenwirkungen?

In der Regel treten keine Nebenwirkungen auf. Voraussetzung für die Therapie ist die exakte Applikation des Radionuklides (Betastrahler) in die Gelenkhöhle. Zu diesem Zweck wird die Punktion unter Durchleuchtung durchgeführt, um eine maximal mögliche Sicherheit des korrekten Injektionsortes zu gewährleisten. In seltenen Fällen kann es nach Injektion des Betastrahlers zu einer kurzzeitigen leichten Verstärkung der Gelenkbeschwerden kommen (nur in etwa 10 % der Fälle). Bei leichten Beschwerden im Sinne einer Überwärmung und Rötung empfehlen wir die Kühlung mit einer Eispackung. Spätschäden aufgrund der radioaktiven Belastung konnten bisher nicht beobachtet werden.

Nach der Therapie

Wir bitten Sie, folgende Punkte nach der Therapie zu beachten:

  1. Komplette Entlastung des Gelenkes für 48 Stunden. Falls der von uns angelegte Verband drücken sollte, so können Sie ihn abwickeln und neu wieder anlegen.
  2. Für eine weitere Woche sollte das behandelte Gelenke nur wenig belastet werden.
  3. Falls es in den ersten 2 bis 3 Tagen zu einer leichten Gelenküberwärmung oder Rötung kommen sollte, so kann eine Kühlung mit Eis probiert werden. Sollten wider Erwarten stärkere Beschwerden auftreten, so bitten wir Sie, sich mit uns oder Ihrem Hausarzt/Orthopäden in Verbindung zu setzen.

RSO gibt es an folgenden Standorten

Patienteninformation zur RSO